Die zwei Brüder

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Impressum
Einsam, auf einer Bergspitze irgendwo in der Dämmerung, stehen zwei Brüder und kämpfen gegeneinander.

Sie sehen beide gleich aus, der eine wie der andere, der andere wie der eine. Ihr Gegenüberstehen wirkt wie ein Blick in den Spiegel.

Beide kennen den anderen wie sich selbst, kennen Gefühle, Bewegungen und Absichten ihres Gegenübers. Man kann sie äußerlich nicht unterscheiden, sie stehen nur immer auf der gleichen Seite der Bergspitze, der eine links, der andere rechts.

Einsam, auf einer Bergspitze irgendwo in der Dämmerung, stehen zwei Brüder und kämpfen gegeneinander.

Sie kämpfen bitterlich, ohne Gnade, doch keiner kann den anderen besiegen. Ihre Schläge sind hart, doch sie töten nicht, sie schenken sich nichts, doch sie sterben nicht.

Seit ewigen Zeiten schon bekämpfen sie sich, doch müde werden sie nicht.
Seit ewigen Zeiten schon bekriegen sie sich, doch einsichtig werden können sie nicht.

Einsam im düsteren Licht der Dämmerung, stehen zwei Brüder und kämpfen gegeneinander.

Mal ist der eine überlegen, mal der andere, eine Regel zeigt sich nicht. Mal liegt einer am Boden, doch besiegen läßt er sich nicht, mal ist einer oben auf, doch siegen kann er nicht.

Zwei Brüder stehen einander gegenüber, Auge in Auge. Beide sehen ihr Spiegelbild, nur blickt der eine in grüne Augen, der andere in rote Augen. Sie hassen sich, doch ohne den anderen leben können sie nicht. Fliehen können sie nicht, sich vertragen wollen sie nicht.

Zwei Brüder stehen in der Dämmerung und kämpfen gegeneinander. Schon seit ewigen Zeiten hassen sie sich. Keiner weiß, was vorher war, ob es überhaupt ein Vorher gab. Warum sie einander hassen, wissen wollen sie das nicht.

Zwei Brüder stehen auf der einsamen Bergspitze und bekämpfen sich. Sie erscheinen gleich, doch sie sind es nicht. Sie sind verschieden, doch so anders sind sie nicht.

Zwei Brüder bekämpfen einander, doch gewinnen können sie nicht. Verliert der eine, so stirbt auch der andere, denn alleine leben können sie nicht. Keiner will mit dem anderen, doch auch keiner kann ohne den anderen.

Zwei Brüder stehen in der Dämmerung und bekämpfen sich. Mal liegt einer am Boden, doch besiegen läßt er sich nicht, mal ist einer oben auf, doch siegen kann er nicht.
Ihr Kampf wird endlos weitergehen, denn wenn einer verliert, verliert auch der andere. Einen Sieger gibt es nicht.
Bis zum Ende ihrer Tage werden sie dort stehen, und bis zum Ende ihrer Tage werden sie sich bekämpfen.
Das ist das Schicksal der beiden Brüder.

in Ägypten, Ende Februar 97 Die anderen zwei Brüder (Die zwei Brüder, 2. Teil) Die literarische Ecke Der Gehilfe des Königs


©2017 Holger Thiele
generiert aus "brueder.template" vom 28 07 2001
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