Die Straße der Ewigkeit

Hauptseite
Beruf
Spiele
Freiheit für Links
Geschichten
Über die Magomos
Der Alte
Laß uns fliegen
Der Zauber der Nacht
Die Straße der Ewigkeit
Der Gehilfe des Königs
Die zwei Brüder
Die anderen zwei Brüder
Das Gesetz
Lichter am Horizont
Der Sturm
Tränen
Der Feuersturm
Der Feuervogel
Abschied
Hätte ich ....
Das Ende des Weges
Es
Schatten
Kerzen schimmern in der Nacht
Spiegel
Der Ring
Fackel im Wind
Wächter im Tal der verlorenen Wünsche
Geschichte vom Quantenland
Zitate
HP48
ct-Bot
(ct-)Hardware
MP3-Wetterstation
LED-Tafel
LED-Licht
Nixie-Uhr
Diverses
Rechenmaschine AE13
Grundgesetz
Jargon Lexikon
Holgi on Tour
Bilder
Rückmeldung?
Impressum
Irisierend funkeln die Strahlen der Sonne im leicht bewegten Wasser des Meeres wie ein wogender Teppich von Diamanten. Eine Straße aus Licht teilt das Meer und verliert sich am Horizont.
Mein Blick wandert.

Auf der Straße der Ewigkeit.

Wer bin ich? Wo bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?
Fragen über Fragen.. Ich lebe hier. Aber ich lebe auch überall dort, wo jemand an mich denkt. Und wann jemand an mich denkt.
Wo und wann auch immer.
Ich weiß nicht, woher ich komme, wo ich bin oder wohin ich gehe.
Ich wandere.

Auf der Straße der Ewigkeit.

Ich laufe über das Feld. Wer mag vorher schon hier hergegangen sein? Was kann der Boden für Geschichten erzählen? Wer hat schon alles unter diesem Baum dort Schatten gesucht, wer alles mag hier gelebt haben und hier gestorben sein?
Ja, die Erinnerungen sind blaß, die Namen geraten in Vergessenheit, die Konturen der Gesichter verschwimmen.
Irgendwann verliert sich jeder.

Auf der Straße der Ewigkeit.

Die steinernden Zeugen der Vergangenheit strecken ihre Hand durch die Zeit hindurch in die Gegenwart. Ich wandere durch ihr Reich, ich höre das Wispern der Verblichenen, die Erzählungen der Gegangenen, spüre die Schatten der Alten.
Nein, sie sind nicht alle verschwunden, manche haben die Zeiten überbrückt. Sie erzählen von sich, von ihrer Welt.
Sie wandern.

Auf der Straße der Ewigkeit.

Doch auch die Monumente der Alten verblassen gegen die Ewigkeit der Erde selbst. Wie das Werk vorwitziger Kinder erscheint der Versuch, die Zeit zu überdauern. Der Versuch, die Eltern zu übertrumpfen. Doch es bleibt nur ein Versuch. Der junge Sohn kann den alten Vater nicht übertrumpfen.
Die Erde ist Beginn und Ende, sie war vor den Menschen, und sie wird nach den Menschen sein.
Die Menschen wandern mit der Erde.

Auf der Straße der Ewigkeit.

Die Strahlen der Sonne. Wieviel Freude und Leid haben sie schon beschienen? Wieviele Geschichten, Bilder und Schicksale haben sie schon gesehen? Geburt und Tod der Welt, Leben und Sterben, Freude und Leid.
Sie wandern.

Auf der Straße der Ewigkeit.

Der Straße folgend, vereinen sich immer mehr die Schicksale der vielen zu einem einzelnen, gerät das Individuum in Vergessenheit, wird zu einem Teil eines der vielen funkelnden Sternchen.

Auf der Straße der Ewigkeit.

Die Sonne versinkt hinter dem Horizont. Die Straße aus Licht verschwindet und läßt mich mit meinen Gedanken allein.
Aber ich bin nicht alleine. Auch in mir leben Menschen und Erinnerungen. Auch wir werden zu einem funkelnden Punkt.

Auf der Straße der Ewigkeit.

in Ägypten, Ende Februar 97 Der Gehilfe des Königs Die literarische Ecke Der Zauber der Nacht


©2017 Holger Thiele
generiert aus "strasse.template" vom 28 07 2001
Valid HTML 4.01!