Bioshock und Bioshock 2

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Bioshock

[Bioshock] Bioshock ist der langerwartete "inoffizielle" Nachfolger des (Kult)Spieles System Shock 2 (und damit natürlich auch dem ersten Teil dieser Miniserie). Inoffiziell ist er deshalb, da die Rechte am Namen "System Shock" bei Electronic Arts liegen, dieser Titel aber (von den Entwicklern des zweiten Teils) unter der Flagge von 2k Games produziert wurde. Man sieht dem Spiel aber mehr als deutlich die "Verwandschaft" zu System Shock 2 (im Folgenden "SS2" genannt) an.

Hinweise
Bioshock benutzt (zumindest im Moment) eine Online-Aktivierung, zusätzlich zum verwendeten Securom-Kopierschutz (streng genommen ist diese Aktivierung ein Teil des Kopierschutzes). Für die Installation ist eine laufende Internetverbindung notwendig, genau gesagt, für den Abschluß, denn die DVD ist nicht vollständig, es wird ein Teil vom Aktivierungsserver nachgeladen. Danach (beim ersten Start) wird die Seriennummer und ein hardwarebasierender Schlüssel zum Aktivierungsserver geschickt und (normalerweise) die Installation "freigeschaltet". Die DVD wird aber weiterhin bei jedem Start des Programmes geprüft.
Hinweis: Der folgende Abschnitt ist in zwei Punkten veraltet (siehe dazu am Ende des Abschnittes), bleibt aber als Bezug enthalten.
Beim Deinstallieren des Programmes sollte dies dem Aktivierungsserver gemeldet werden. Dies tut es jedoch zur Zeit (bis Ende Oktober, siehe unten) nicht (nach Angaben von Sony, des Herstellers von Securom, ist diese Funktionalität dort gar nicht enthalten, kanns also auch gar nicht tun). Somit ist nach 5 Installationen Schluß. Ursprünglich waren es nur 2, aber nach Bekanntwerden der o.g. Problematik (wie auch immer den Verantwortlichen dies entgangen sein kann) wurde die Grenze erhöht. Es soll demnächst ein Tool erscheinen, welches nach einer Deinstallation die entsprechende Aktivierung auf dem Server löschen soll, aber dies bleibt abzuwarten!

Änderungen bei der Aktivierung: Nachdem Ende Oktober 07 ein Tool erschienen ist, welches in der Lage ist, eine Deinstallation zu melden, wurde Juni 2008 gemeldet, dass die Aktivierungslimits komplett entfernt wurden. Das Spiel muss allerdings weiter aktiviert werden.
Des weiteren unterstützt das Spiel offiziell kein Windows 2000. Und tatsächlich spuckt das Spiel beim Start eine Fehlermeldung aus, weil ihm Bibliotheken fehlen. So richtig wichtig (im Sinne von unmöglich unter Win2K zu verwenden) scheinen diese aber nicht zu sein, denn unter www.techspot.com/vb/topic85224.html die beiden benötigten Bibliotheken (allesamt, wenn auch leicht modifiziert, von "späteren" Windowsversionen entnommen) herunterladen und Bioshock damit ohne Probleme auch unter Win2K spielen.
Doch jetzt wieder weiter ....

Das Spiel spielt in den sechziger Jahren. Der Protagonist fliegt mit einem Flugzeug, was aus zunächst unerklärlichen Gründen mitten im Meer abstürzt. Niemand außer dem Helden überlebt, und dieser auch nur, weil er (so mitten im Meer) sich auf eine klitzekleine Insel mit einem turmähnlichen Bauwerk retten kann. Dort findet er zu seinem Erstaunen eine Tauchkugel, welche ihn mitten hinein in eine gleichsam erstaunliche wie absurde Stadt unter dem Meeresspiegel bringt ....

[Bioshock] Der Spieler ist in der unterirdischen Stadt "Rapture" gelandet, welche zu dem Zweck errichtet wurde, Wissenschaftlern, Künstlern und anderen "wertvollen" Personen (im Gegensatz zu den später auftauchenden "Parasiten", die aber natürlich nicht auf sich warten lassen) eine Welt ohne moralische, ethische und sonstige Grenzen zu geben. So weit, so gut - oder auch nicht, denn sowas kann ja gar nicht gut gehen, und tatsächlich kommt der Spieler in einer teilweise zerstörten Halle an, welche Spuren von Kampf und Verwüstung aufweist, von dem irren Typen, der ihm erstmal zur Begrüßung ans Leder will, ganz zu schweigen.

Der Spieler muß sich nun, geleitet über Funk von einem gewissen "Atlas", durch einige Bereiche der Stadt kämpfen, um an den Erschaffer "Andrew Ryan" zu gelangen, dessen Beseitigung angeblich der einzige Weg zur Flucht sei.

Der spielbare Bereich ist natürlich in verschiedene Levels unterteilt, die jeweils ein bestimmtes Thema darstellen, z.B. der Vergnügungsbereich oder die Kraftwerksebene. Etwas irritierend dabei ist beim gelegentlichen Blick aus Fenstern oder Glasgängen, daß die dort sichtbare Stadt wesentlich größer scheint, als das Areal, welches man betreten kann. Dies ist wegen des Aufwandes nachvollziehbar, hinterläßt aber leider ein bedauerndes Gefühl. Die Level sind zwar teilweise durchaus imposant und lassen Größe erahnen, leider sind sie es nicht wirklich. Allerdings sind sie schön gestaltet, und es macht Spaß, die Gegenden zu erkunden.

Das Erkunden wird natürlich durch die Gegner erschwert, gegen die man sich (bereits frühzeitig) wehren muß. Dazu gibt es das "handelsübliche" Repertoire an Waffen, angefanden von einer Rohrzange über eine Pistole bis hin zu einem Granatwerfer. Die Waffen passen alle in die Zeitperiode, aber an der Vielzahl der Waffen, die man gleichzeitig tragen kann (7 Stück), sieht man auch, daß im Gegensazu zu SS2 der Rollenspielaspekt (das Gepäck ist normalerweise begrenzt, und es erscheint auch ziemlich unwahrscheinlich, daß man mit derart vielen Waffen überhaupt noch laufen kann) noch ein wenig mehr heruntergeschraubt wurde. So nutzen sich die Waffen auch nicht ab, und man ist mit jeder Waffe gleich gut, braucht da also keine "skillpoints" vergeben. Tatsächlich ist Bioshock mehr ein Shooter mit guter Geschichte.

In Rapture wurde viel mit Gentechnik experimentiert. Das hatte nicht nur zur Folge, daß es eine Menge ausgeflippter Typen (siehe unten) gibt, sondern auch, das der Spieler die Erzeugnisse der Gentechnik an sich anwenden kann (also eine Variante der elektronischen Upgrades aus SS2). Dabei gibt es aktive Elemente, die quasi Waffen darstellen, und passive Elemente, die bestimmte Fähigkeiten verbessern oder erst ermöglichen (Hacken, verstärkte Abwehr). Im Gegensatz zu SS2 ist man in der Auswahl aber nicht festgelegt: An sogenannten Genbanken kann man die gefundenen "Plasmide" und "Tonika" tauschen: Von jedem der vier Typen kann man nur eine bestimmte Menge aktivieren, aber man muß sich halt nicht festlegen, sondern kann damit experimentieren und nach Bedarf umschalten. Die Anzahl der "Slots" pro Typ beläuft sich zu Beginn auf 2, man kann an besonderen Stationen aber Upgrades kaufen, aber nicht mit Geld, von dem es auch etliches gibt (für Verkaufsautomaten), sondern mit "Adam", einer Substanz, die gewonnen wird aus den "Little Sisters" (s.u.).

Der Hauptgegner ist der "Splicer", generell ein Bewohner Raptures, der aufgrund der Genmanipulationen durchgedreht ist (außer 2-3 Personen gibt es eh keine "normalen" Personen mehr, also ist im Prinzip (Ausnahmen bestätigen die Regel) alles was sich bewegt, ein Feind). Die Splicer tauchen in einigen Variationen auf, die sich durch Bewaffnung und einigen Fähigkeiten unterscheidenr, also nicht so viel Varianz. Daneben gibt es noch Sicherheitskameras und Geschütze, die man mit einem kleinen Minispiel hacken kann. Dann arbeiten sie für den Spieler und lassen beispielsweise Sicherheitsroboter (sehr witzig gemacht: Fliegende Roboter, angetrieben über kleine Verbrennungsmotoren) auf die Gegner los.

Das geheimnisvolle "Adam" (nötig für den Spieler zur Erweiterung seiner genetischen Fähigkeiten) gewinnen die "Little Sisters", kleine genetisch manipulierte Mädchen, aus Leichen (genaueres mag der Spieler aus dem Spiel erfahren). Beschützt werden sie von den monströsen "Big Daddys". Erst, wenn der Spieler den Big Daddy besiegt, kann er die Little Sister dazu bewegen, Adam zu geben. Dabei muß er die Entscheidung treffen, viel Adam zu gewinnen und das Mädchen dabei umzubringen, oder weniger zu erhalten und das Mädchen zu retten. Als Als Kompensation erhält er von einem NPC alle 3 Mädchen ein paar Geschenke. Diese an sich gute Idee hat aber leider kaum Auswirkungen, da die Geschenke den Verlust an Adam fast komplett wettmachen.

Im Laufe des Spiels erfährt man die Geschichte fast vollständig über gefundene Tonbänder, ganz selten auch über "Geister", die ein Ereignis aus der Vergangenheit "nachspielen" (beides wie in SS2). Die Geschichte selbst ist gut und hat einige Überraschungen auf Lager, wenn sie auch einige Antworten nicht gibt oder zu sehr im Dunkeln läßt. Das fördert zwar die Fantasie, an manchen Stellen bleibt aber auch ein wenig Ratlosigkeit. Einige der Charaktere sind ausgesprochen interessant (wenngleich auch meist bizarr oder sogar übergeschnappt) und wirklich gut in Szene gesetzt. Die Sprachausgabe ist übrigens auch im Deutschen wirklich gut gemacht: Die Sprecher sind wirklich gut bei der Sache und versuchen, die Stimmung der betreffenden Personen auch gut herüberzubringen. Der gute weitere Sound und auch das Gebrabbel der Gegner, wenn sie umherstreifen, tun ein Übriges, eine gute Atmosphäre aufzubauen.

Die Grafik ist ebenfalls ein Glanzstück (zumindest auf Rechnern, die ein wenig mehr unter der Haube haben). Bioshock basiert auf der Unreal-Engine, entsprechend sehen die Grafikeffekte aus. Die Levels sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet, und das Design aus den Jahren um 1955 ist auch erfrischend unverbraucht. Besonders die Wassereffekte (Rapture verfällt, da ist es nichts ungewöhnliches, wenn es hier und da "reinregnet") sehen gut aus, brauchen aber auch kräftige Grafikkarten. Allerdings haben auch Rechner eine Chance, die nicht ganz oben dabei sind, aber obere Mittelklasse sollte es schon sein, sonst müssen zu viele Details abgeschaltet werden.

Fazit: Bioshock ist ein ziemlich guter Shooter mit einer guten Geschichte, toller Grafik und tollem Sound geworden. Bioshock spielt sicher ziemlich weit oben mit, aber es reicht meiner Meinung nach nicht ganz an System Shock 2 heran (unberücksichtigt der Grafikqualität natürlich). Es ist mehr actionlastig, und durch weitgehenden Verzicht auf ein (manuell verwaltetes) Inventory etwas mehr für den "allgemeinen Spieler" gedacht. Das macht Bioshock nicht generell schlecht (keinesfalls), aber man muß es bedenken. Der geneigte Spieler mag sich daher vielleicht zunächst die Demo des Spieles besorgen und ein paar Blicke ins o.g. Forum werfen.
Die Sache mit der Online-Aktivierung kann natürlich (zu Recht) abschrecken! Wieder einmal hat der ehrliche Spieler Unannehmlichkeiten, während die aus "dunklen Quellen" gezogene illegale Kopie ohne derartige Kinkerlitzchen läuft.

Hinweise zur Zensur in der deutschen Version

Die offizielle deutsche Version ist FSK18, darf also an Jugendliche (zu Recht) nicht verkauft werden. Dennoch ist sie an einigen Stellen entschärft. Das hier und da etwas Blut fehlt, ist nicht so wild (es ist, gegeben durch die Umstände der Geschichte, noch blutig genug), aber an einer Stelle entsteht durch die Zensur nicht nur der Effekt, daß der von den Personen gesprochene Text nicht mehr ganz zu der Szene paßt, und zudem wirkt die Szene definitiv nicht mehr so verstörend und erschreckend, wie eigentlich gedacht. Daher ist zu überlegen, sich die internationale Version zu besorgen (die in Deutschland ansässigen Anbieter verschicken die Pakete üblicherweise nach Erhalt einer Personalausweiskopie und dem Vermerk "Eigenhändig", also kein Grund, das Spiel aus dem Ausland zu bestellen), denn diese ist ungeschnitten und enthält zudem deutsche Texte und Sprache.
Unstrittig ist natürlich, daß Bioshock ein Spiel ist, das nicht in die Hände von Jugendlichen gehört!

Bioshock 2

[Bioshock2] Zweieinhalb Jahre nach dem ersten Teil von Bioshock kommt nun der Nachfolger "Bioshock 2" auf den Markt. Wieder geht es um die zwar faszinierende, aber im Chaos versunkene Unterwasserstadt Rapture, und wieder muss der Spieler die Kohlen aus dem Feuer holen, welche durch unkontrollierten Kommerz, fehlende moralische Grenzen und unbändige genetische Manipulationen dort hineingeraten sind. Wie auch der erste Teil ist dieser erst ab 18 Jahren freigegeben, und es geht auch gehabt ruppig zur Sache, wenn auch nicht übertrieben (aber das Spiel ist nichts für Kinder).

Bioshock 2 spielt 10 Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils. Nach der Flucht von Jack und Tenenbaum passieren wieder unschöne Dinge in Rapture. Diesmal ist der Protagonist aber kein normaler Mensch (gut, Jack war eigentlich auch nicht wirklich normal), sondern ein Big Daddy. Zwar hat man auch am Ende des ersten Teils einen solchen gespielt, diesmal ist man aber direkt von Anfang an eines dieser Monster im blechernen Gewand. Und neben den üblichen Splicern (den genetisch vermurksten, drogenabhängigen Bewohnern) und den "Little Sisters", den Erzeugern der genetischen Droge "ADAM" (siehe dazu oben in der Beschreibung des ersten Teils) hat man es nun auch mit einem weiblichen Gegenstück, den "Big Sisters" zu tun. Und natürlich wieder mit jeder Menge verfallenden Gegenden in der angeblich schönsten Stadt der Welt.

Wie im ersten Teil bewegt sich der Spieler durch teilweise sehr grosse Bereiche. Die Architektur ist abwechslungsreich und bietet die gewohnten Anzeichen allerdings jetzt schon fortgeschrittenen Verfalls. Das Spiel selbst ist nicht länger als der erste Teil (manche sagen sogar, es sei ein wenig kürzer). Die Level sind hier und da aber durchaus ein wenig schöner und abwechslungsreicher aufgebaut als im ersten Teil, also vom Design her eigentlich ein würdiger Nachfolger. An der Grafik selbst hat sich wohl nicht viel getan (ist wohl eine ähnliche Version der Unreal-Engine des ersten Teils), aber die sieht immer noch wirklich gut aus. Die Themen der einzelnen Level sind unterschiedlich gegenüber dem ersten Teil, so dass man auch nicht das Gefühl hat, man hätte hier alte Level recycelt. So gibt es unter anderem eine Vergnügungsbereich mit einer Art Geisterbahn (die Geister sind hier allerdings angebliche Vorgehensweisen der Herrscher aus der Welt "oben") sowie eine Art Slum mit leicht verwinkelten Zweit- und Drittwegen. Gegner sind weitgehend die alten, neben der neuen Big Sister gibt es allerdings noch einen "Brute Splicer", ein zu einem Muskelberg mutiertem Gegner, der auch mal gerne Fässer und ähnliches auf den Spieler wirft.

Generell (bis auf einige wenige Ausnahmen, dazu später mehr) ist alles, was in Rapture kreucht und fleucht, ein Feind, der einem an die Blechbüchse will. Um sich zu wehren, hab man wie gewohnt ein größeres Arsenal an Waffen, diesmal auch den von den Big Daddys gewohnten Bohrer der einen Hand. Wie üblich sind auch wieder Waffen wie MG und Schrotflinte dabei, und diese dürfen wie gehabt aufgerüstet werden.
Wie Jack im ersten Teil kann der Spieler sich natürlich auch wieder mit Plasmiden und Toniken genetisch aufrüsten. Die Plasmide wie z.B. ein Blitzschlag oder ein Feuerball sind ähnlich derer aus dem ersten Teil, allerdings kann man nun eine Waffe und ein Plasmid gleichzeitig benutzen und nicht nur abwechselnd. Neben aktiven Effekten gibt es auch viele passive Effekte (wie mehr Schaden auszuhalten, preiswerter Sachen an Automaten kaufen etc). Neben offensiven Effekten wie Feuerball gibt es auch passive wie Wachroboter herbeirufen, welche dann für einen die Drecksarbeit erledigen.
Und auch wieder mit dabei ist die Forschungskamera, um mehr Schaden bei Gegnern zu machen bzw. das eine oder andere Plasmid zu erlangen. Diesmal werden aber keine einzelnen Fotos gemacht, sondern es wird vor dem Kampf eine Filmaufnahme gestartet, welche dann automatisch weiterläuft und durch Kampftreffer Forschungspunkte generiert.

[Bioshock2] Von der Geschichte will ich hier natürlich nichts erzählen. Gut, man ist ein Big Daddy, und direkt zu Beginn wird man getötet, im Beisein "seiner" Little Sister. Zehn Jahre später taucht man wieder auf (warum, wird im Laufe der Geschichte auch erklärt) und kämpft dann gegen die Person (bzw. gegen deren Schergen), welche den eigenen Tod damals verursacht hat. Die Geschichte selbst erscheint mir persönlich auch nett ausgedacht, und es gibt die eine oder andere Überraschung. Auch wenn von anderen angemeckert wird, die Geschichte des ersten Teils hätte mehr Tiefgang, so finde ich persönlich dies eigentlich nicht. Sie ist anders, und natürlich ist der generelle "Überraschungseffekt" weg, aber (wieder durch eine Mischung von Funknachrichten und zu findenden Tonbändern) wird die Geschichte rund um die Geschehnisse von Rapture und den Hauptdarsteller vorangetrieben, nicht ohne die eine oder andere Überraschung zu bieten. Dabei tauchen auch Tonbänder einger Personen aus denm ersten Teil auf, aber prinzipiell hat man nur mit neuen Personen zu tun (selbst Tenenbaum hat nur einen "Gastauftritt").

Im Laufe der Geschichte kommt man auch mit drei Personen in Kontakt, die eine eigene Hintergrundgeschichte haben und nicht einfach nur Kanonenfutter sind. Bei diesen dreien hat man dann die Wahl, ob man sie nach dem Zusammentreffen erschiesst oder verschont. Abhängig von dieser Wahl und der Wahl, ob man die Little Sisters, welche man im Verlaufe des Spiels trifft, befreit oder "erntet", ändert sich (ähnlich wie im ersten Teil) das Ende der Geschichte. Das Ende (was im Übrigen recht "erwachsen" ist und keinesfalls weichgewaschene "Heile Welt"), ist in seinen Varianten auch schön inszeniert und kann einem (so man sich auf die Geschichte eingelassen hat) auch eine kleine Gefühlsregung entlocken. Spielerische Auswirkungen haben diese Entscheidungen aber eher wenig (wenngleich sich das Spiel in einigen Nuancen leicht ändert).

Bioshock 2 bietet also sicherlich ähnliche Kost wie der erste Teil (gerade im Hinblick auf Grafik und Gegner), ist aber ein Abklatsch des ersten Teils, sondern ein durchaus würdiger Nachfolger mit gut designten Leveln und durchaus guter Hintergrundgeschichte (auch wenn die hier und da etwas ausführlicher hätte sein können).
Allerdings muss man sich mit dem Kauf automatisch auch mit "Games for Windows - Live" herumschlagen (siehe dazu das nächste Kapitel), was man aber zum Glück im Single-Player-Modus umgehen kann.
Hm, Single-Player? Ja, Bioshock 2 hat auch einen Multiplayer-Modus. Hier kann man in sieben Varianten primär sich entscheiden, gegen alle zu kämpfen oder im Team. Es gibt keine dedizierten Server, d.h. der Spielführer hostet implizit das Spiel, und Games for Windows - Live wird für das Management herangezogen. Den Multiplayerteil habe ich allerdings noch nicht versucht und kann daher auch nichts zu sagen. Laut Aussagen z.B. von Gamestar-Redakteuren scheint es sich allerdings eher um nicht so ganz überzeugende Standardkost zu handeln.

Games for Windows - Live

Bioshock 2 beinhaltet zwangsweise das "Games for Windows - Live" (GFWL) von Microsoft. Es handelt sich dabei um einen Dienst, der Onlinespiele ermöglicht, also eine Art Framework mit einem Managementserver bei Microsoft. Dieser Server kümmert sich um die Profile, um den Kopierschutz (durch Aktivierungen) sowie die Verteilung von Spielen (Matches).
Gut, bei Multiplayer-Spielen ist das akzeptabel, obwohl solche Systeme (wie auch z.B. Steam) immer einige Nachteile für den Spieler haben:
  • Fällt die Serverstruktur aus, ist bestenfalls nur keine Neuinstallation möglich (genauso natürlich auch nicht, wenn man nach Jahren das Spiel einfach mal neu installieren will und des den Hersteller oder den Dienst so nicht mehr gibt), im schlimmsten Falle wie neulich bei dem System von Ubisoft war gar kein Spielen möglich.
  • Da normalerweise ein Spiel unwiderruflich an einen Account gebunden wird, kann man das Spiel nicht mehr verkaufen - ausser man verkauft den Account gleich mit, was in den AGBs aber normalerweise verboten ist.
  • Man bekommt zwangsweise Software auf den Rechner geschaufelt, welche (bei Single User Spielen) normalerweise nich nötig wäre und welche durch die meist tiefe Systemintegration u.U. Probleme bereiten kann (wie bei "normalen" Kopierschutzprogrammen auch)
Bioshock 2 ist eigentlich ein Single-User-Spiel, der Multiplayer-Teil erscheint zwar durchaus nicht ganz schlecht gemacht, aber nicht wirklick zukunftsweisend - man hätte ihn sich eigentlich auch sparen können und das den richtigen Multiplayer-Shootern überlassen können. Gut, so isses aber nicht, und so muss man sich auch mit GFWL herumschlagen.
Lustigerweise ist es aber gar nicht so ganz schlimm, auch wenn dies nicht so unbedingt breit getreten wird: Man kann direkt beim ersten Start (dort überprüft die Installroutine einmal zwangsweise online, ob das Spiel überhaupt schon installiert werden darf - es darf nicht vor einem bestimmte Tag im Februar installiert werden .....), wenn es an die Aktivierung des Spieles geht, einen Offline-Account anlegen. Dazu wählt man an der Stelle, wo die Online-Aktivierung kurz bevor steht, nicht den Button zum Aktivieren, sondern den etwas unscheinbaren Link zum Anlegen eines Offline-Accounts. Dann gibt man einen Namen ein und die Sache hat sich erledigt. Man braucht dann auch nicht die Registrierungsnummer anzugeben, und das Spiel macht dann auch keine weiteren Internetzugriffe. Man kann dann natürlich nicht auf den Online-Teil zugreifen, dazu müßte man einen Online-Account anlegen mit einsprechender Aktivierung. Auch der DLC (downloadble contents - gegen Geld bzw. symbolische Microsoft Point als Wählung in GFWL) wird nicht funktionieren. Normale Patches werden von 2K aber bislang auch direkt zum normalen Download zur Verfügung gestellt, man braucht dazu GFWL nicht.
Bioshock 2 hat allerdings auch weiterhin den Securom-Kopierschutz integriert, welcher jetzt aber nur noch für den DVD-Check beim Start verwendet wird. Beim ersten Teil hatte dieser Kopierschutz noch die (dort völig unumgängliche) Onlineaktivierung durchgeführt.
©2016 Holger Thiele
Bilder © 2K Games
generiert aus "bioshock.template" vom 17 03 2010
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