Trainz

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Trainz

[trainz] "Trainz" des australischen Herstellers "Auran" ist ein "Eisenbahn"-Simulator, eine virtuelle Modelleisenbahn. Im Prinzip steht Trainz in direkter Konkurrenz zu Eisenbahn.exe Professional , allerdings ist der Verbreitungsgrad von Trainz deutlich höher als der von EEP, was sicherlich auch mit der Grösse der Herstellerfirma und der Produzenten zusammenhängt.

Auch Trainz führt die Spielerin oder den Spieler in die Welt der elektronischen Modelleisenbahn. Was "in Echt" meist am (nicht) vorhandenen Platz oder an dem (hohen) Preis der Modelle (oder an beidem) scheitert, ist am Computer relativ einfach: Im "Handumdrehen" (na ja, und mit viel Fleiss und Vorstellungsgabe natürlich) zaubert man grosse Areale mit viel Landschaft und lässt darauf Züge nach Gutdünken fahren.

[trainz] Hinweis: Für die internationale Version von "Trainz" ist der sog. "Service Pack 3" (kurz SP3) erschienen, der eine Menge an Änderungen bringt.
Inzwischen ist (mit gehöriger Zeitdifferenz) zumindest die Beta-Version des SP3 für die deutsche Version erschienen. Dieser Patch ist über 300MB gross! Im folgenden Bericht sind daher Änderungen an alter Funktionalität mit [SP3] markiert.

Inzwischen gibt es Trainz - Ultimate Collection (UTC). Dieses ist ein eigenständiges, etwas erweitertes Trainz. Es umfasst neben dem bekannten Trainz (im Prinzip in SP4-Version, dass ist der o.g. SP3 mit ein paar weiteren Bugfixes), eine Menge zusätzlicher Modelle (darunter auch viele deutsche Modelle), zusätzliche Strecken und Szenarien sowie das Zusatzprogramm "Paint Shed", mit dem man bestehende Modelle umtexturieren kann. "Alte" Trainz-Besitzer haben einen Rabatt bei Online-Bestellung erhalten. Trotzdem ist der Preis für ein Upgrade (gewaltig neue Features gibt es im Vergleich zu SP3 nicht) nicht sehr gering. In den Trainz-Foren gibt es durchaus Leute, die dies als "Abzocke" bezeichnen. Dies muss aber jeder für sich selbst entscheiden (insbesondere wegen der Rabettaktionen, die es ja für Altbesitzer gab/gibt).
UTC gibt es (zumindest z.Zt.) nur in Englisch. Na ja, immerhin ist Trainz ja nicht sehr textlastig ;-)
Inzwischen ist der Service Pack 4 erschienen (zumindest als Beta). Dieser wertet Trainz (SP3) in der Basisfunktionalität zu einem UTC auf. Ausserdem hat sich Auran nach dem Übersetzungs-Desaster von SP3 offenbar von Arxel Tribes getrennt und will Übersetzungen jetzt selbst durchführen.
Hinweis: Die im Folgenden aufgeführten Neuerungen durch SP3 gelten im Wesentlichen ebenfalls für UTC.

Inzwischen ist Trainz - Railroad Simulator 2004 (TRS2004) erschienen. Es ist der Nachfolger zu UTC (deren Besitzer erhalten einen Upgrade-Rabatt). Folgende wesentliche Änderungen ergeben sich zum Vorgänger:

  • Die Grafik wurde etwas verbessert
  • Es werden mehr Modelle mitgeliefert (aber auch nicht "gewaltig" viel)
  • Züge werden jetzt im Landschaftseditor bequem eingefügt.
  • Der Hauptpunkt: Zügen können Befehle gegeben werden, die diese dann ausführen (z.B. fahre zu diesem Markierungspunkt, belade Waggons etc.). Man kann also jetzt als "kontrollierende Instanz" das Geschehen auf der Anlage steuern, aber natürlich auch wie gehabt selber fahren (sehr schöne Sache!).
    Damit einhergehend: Mit vielen Industriebauten kann nun interagiert werden: Industrien benötigen Materialien (z.B. Kohle) und/oder liefern Materialien (z.B. Holzblöcke). Somit kann man also nun einen Güterverkehr simulieren (im begrenzten Rahmen natürlich).
  • Es existiert jetzt auch eine freie Kamera, man kann sich also frei bewegen, während die Züge fahren.
  • Die Innenansichten der Loks sind jetzt ansprechender, die Physik gerade der Dampfloks ist verbesser worden.
  • Im SP2 (inzwischen erschienen) ist es endlich auch möglich, Fahrpläne für die Züge zu erstellen, die dann entsprechend abgearbeitet werden. Somit kann man neben Kohle, Öl und ähnlichen Gütern jetzt auch Passagiere "verladen" ;-)
Die alten Modelle aus UTC (bzw. Trainz, SP3) können im Wesentlichen weiterverwendet werden. Die heruntergeladenen Modelle (unter $TRAINZ/World/Dispatcher/Downloads zu finden) können bei TRS2004 an die gleiche Stelle kopiert werden. Es treten vermutlich Fehler wegen doppelt vorhandenen Modellen auf, also die Datei $TRAINZ/Cache/Logs/log0.html durcharbeiten (sofern vorhanden).
Szenarien aus UTC funktionieren z.Zt. praktisch alle nicht (TRS2004 erwartet die Skripte im Quellcode, nicht vorkompiliert). Mit dem SP1 ist es möglich, den Sourcecode zu verschlüsseln, sodass Leute also wieder Szenarien erstellen (die wollen sich nämlich selten in die Karten schauen lassen). Existierenden UTC-Szenarios hilft das soweit aber nichts, die funktionieren i.d.R. nicht mehr.

Ansonsten gelten die folgenden Angaben zu UTC im Prinzip immer noch - obwohl ich aufgrund der recht "flott" erscheinenden (kostenpflichtigen) Programmupgrades diese Seite einmal aufräumen müßte ....

Trainz gliedert sich in drei ([SP3]: vier) Teile:

  1. "Meine Sammlung" gestattet einen Blick auf das auf der Festplatte befindliche Rollmaterial. Man erhält eine einfache (unübersichtliche) Liste mit allen Loks und Waggons. Per Mausklick kann man das Modell auf den Bildschirm bringen und beliebig darum herumkreisen. Spielerisch ist dies nicht relevant, es dient nur zum Anschauen der Modelle.
  2. "Surveyor" ist der Editor. Hier wird das Gelände erstellt, Häuser, Bäume und ähnliche Dinge eingesetzt und Gleise bzw. Strassen verlegt. Hier findet also die komplette Erschaffung der virtuellen Modelleisenbahn statt. Der Editor ist übrigens sehr komfortabel. Geschenkt wird einem natürlich trotzdem nichts: Es braucht schon Zeit und einiges an Phantasie, um schöne Modellgelände zu entwickeln.
  3. "Zugführer" letztendlich ist der Simulationsmodus von Trainz. Hier werden zunächst die Züge zusammengestellt und die Stellen der Anlage markiert, an der die Züge starten sollen (dies geht nur an besonderen Beobachtungspunkten, und nach einem Beenden des Simulationsmodus gehen die aktuellen Zugpositionen verloren). Zudem können Einstellungen wie Wetter, Gefahr der Entgleisung und Art der Simulation (einfache Simulation wie in einer Modelleisenbahn, oder realistischere Bedienung) eingestellt werden. Dann endlich kann man die Simulation starten und sich in seine Modelleisenbahn begeben.
  4. [SP3]"Szenarios" ist eine Abwandlung von "Zugführer": Hie kommen die neuen Trainz Scripts zum Zuge: Züge, Weichen und Signale können über eine eigene Programmiersprache ferngesteuert werden, und zwar in Abhängigkeit verschiedener Ereignisse (z.B. das Vorbeifahren eines Zuges an einem Kontrollpunkt). So kann man automatisch kontrollierte Weichenstrassen erstellen. Dies ist allerdings nicht ganz trivial. Zudem können bei "Szenarios" nicht einfach Züge ausgetauscht werden, da dann ggf. die Skripte nicht mehr funktionieren. Das System an sich ist sehr flexibel, aber auch (wie nicht anders zu erwarten) entsprechend anspruchsvoll.
[trainz] Die Simulation, das Herzstück von Trainz, unterscheidet sich in einigen Punkten von dem bereits erwähnten EEP . Die in die Anlage eingefügten Signale beispielweise werden vollautomatisch vom Programm gesteuert. Anhand der Weichenstellung und der Position der vorhandenen Züge stellen sich die Signale "von selbst". Allerdings ist diese "KI" nicht immer perfekt. Zudem ist man (im Gegensatz zu EEP) nicht in der Lage, die Signalsteuerung selbst zu gestalten. Die Bildung von Blockabschnitten ist somit deutlich einfacher als in EEP, dafür aber halt weniger flexibel, weil vom Grundsatz festgelegt.
Dazu kommt, dass die Signale auf englische bzw. australische Gegebenheiten getrimmt ist. Dort gibt es offenbar Signale folgender Bauart:
  • Grün: Durchfahrt erlaubt
  • Rot: Durchfahrt verboten
  • Gelb: Durchfahrt erlaubt, aber nächstes Signal ist "Rot"
In Deutschland ist diese Signalführung nicht üblich. Leider sind hier übliche Signale in Trainz (zumindest noch) nicht darstellbar.
[SP3] Im SP3 wurd auch die Signalsteuerung verbessert. Es sind verschiedene Signale dazugekommen. Trotzdem ist die Signalsteuerung immer noch auf amerikanische und englische Verhältnisse ausgerichtet.
Inzwischen sind auch die ersten Signale nach deutscher Bauart von Fans erschienen. Da diese nicht sooo offensichtlich zu finden sind: In der Download-Station nach dem Usernamen "KlausM" suchen.
[trainz] Weichen können in Trainz bis zum SP3 nur mit der Hand gestellt werden. Dies ist gerade im automatischen Zugbetrieb nicht wirklich sinnvoll. In EEP geht dies (Steuerung der Weichen über Kontaktpunkte), aber auch nicht von Anfang an, sondern erst durch einen Patch.
[SP3] Im SP3 gibt es die oben ansprochene Möglichkeit der "Trainz Scripts". Damit kann man unter "Szenarios" so eine automatische Weichensteurung realisieren. Dies ist aber komplizierter als in EEP. Zudem kann man bei den "Szenarios" nicht mehr ohne weiteres die Züge austauschen. Es ist aber ein Zusatzprodukt (elektronisches Stellwerk) geplant.

Die Kamera ist in Trainz, im Gegensatz zu EEP, nicht frei einstellbar. Folgende Varianten gibt es:

  • Führerstand: Der direkte Blick aus dem Führerstand hinaus in die Welt. Man kann sich im Führerstand umsehen, auf die Instrumente blicken (diese passen aber nicht immer zu der gewählten Lok) und einen Blick nach draussen werden. Die Lok kann auf einfache Art gesteuert werden (per Drehregler, wie ein Modelleisenbahntrafo), oder etwas naturgetreuer (Fahrtregler, Bremsanlage). Diese Ansicht gibt es bei EEP nicht!
  • Oberhalb des Rollmaterials: Man kann die Kamera oberhalb jeder Lok bzw. Waggon fixieren. Dies bietet einen guten Überblick. In EEP kann man sich nur an die Lok "koppeln", dafür aber die Kamera etwas freier bewegen.
  • Beobachtungskamera: Automatisch wird der aktive Zug von vorher zu positionierenden Kameras verfolgt. Eingreifen kann man nicht.
Eine völlig freie Positionierung der Kamera wie bei EEP ist nicht möglich.

Die Grafik von Trainz erscheint ein wenig besser als bei EEP. Dies liegt insbesondere an der Möglichkeit, den Boden der Anlage mit Texturen (Gras, Schotter etc.) zu belegen. Inzwischen ist dies bei EEP allerdings auch Möglich, womit EEP hier in dieser Hinsicht nachzieht. Die Qualität der "restlichen" Grafik ist im Prinzip bei beiden Progammen ähnlich. Allerdings kommt es in Trainz nicht selten zu kleinen Grafikfehlern: Die "Nachberechnung" des Geländes beim Näherkommen führt gerne zu "Sprüngen" von Bodenerhebungen, und an "Nahtstellen" schimmern ab und an weisse Linien. Dieses Schimmern gibt es bei EEP nicht. Dafür kommt es bei komplexen Geländen aber auch schon mal zu Verzögerungen bei der Anzeige des Geländes.
Bei Trainz gibt es ein Wettersystem (bei EEP nicht): Von Sonnenschein über Regen bis zum Sturm. Ausserdem gibt es einen Nachtmodus (in EEP zumindest geplant), allerdings meiner Meinung nach mit zu wenig Beleuchtungselementen (irgendwie zu dunkel). Tunnel sind in Trainz echt, d.h. man fährt wirklich durch einen entsprechend gestalteten Tunnel.
Bei kompliziertem Terrain kann Trainz allerdings schon kräftig in die Knie gehen. Insgesamt scheint die Grafik von Trainz allerdings fixer als die in EEP zu sein.

Der Strassenverkehr ist in Trainz im Prinzip automatisiert: Wenn Strassen verlegt sind, zaubert das Programm Autos da hin, die durch die Gegend fahren. Bei EEP sind Autos "ganz normale" fahrende Objekte (genauso wie Wasserfahrzeuge, Flugzeute etc), können verlegt, gesteuert (Signale!) und auch mit mitfahrenden Kameras versehen werden.
[SP3] In SP3 können auch Autos, Flugzeuge und sonstige Fortbewegungsmittel als steuerbare Objekte erzeugt und integriert werden. Bislang gibt es aber eher wenige reale Objekte dieser Art.

Der Editor von Trainz ist wirklich schön gemacht. Die Bedienung ist einfacher als die Bedienung des EEP-Editors: Gerade das Erzeugen von Bodenerhebungen bzw. Senken ist in EEP eine langatmige Geschichte. Dies ist in Trainz recht einfach, und es stehen auch mehr Werkzeuge, u.a. für Anpassungen der Höhen, zur Verfügung. Auch das Verlegen der Gleise ist einfacher.

Nachteilig ist auf jeden Fall, dass Trainz stark auf den englischen "Kulturraum" zugeschnitten ist: Die Darstellung der Signale (s.o.) ist für Deutschland eigentlich nicht zu gebrauchen. Zudem gibt es recht wenig Modelle deutscher Rollmaterialien (ähnliches gilt für den kompletten deutschsprachigen Raum, also auch Österreich und Schweiz). Zudem ist die Darstellung der wenigen mitgelieferten deutschen Modelle teilweise nicht ganz korrekt (ich kann nicht ganz glauben, dass auf der Längsseite einer Lok der DB der Schriftzug "Deutsche Bundesbahn" angebracht ist)!
Bei UTC sind einige deutsche und Schweizerische Loks bzw. Waggons dazugekommen, dazu auch Landschaftsmodelle. Somit hat hier Auran nachgelegt,
Man kann auf der Trainz-Homepage (s.o.) zudem viele Modelle und Anlagen kostenlos herunterladen. Da sind interessante Dinge dabei, die allerdings auch nicht unbedingt viel mit dem deutschsprachigen Raum zu tun haben.
[SP3] Mit SP3 wurde die Möglichkeit des "Content Dispatchers" hinzugefügt: Werden beim Laden einer Anlage Fehlteile festgestellt, wird eine Webseite generiert, über die die fehlenden Teile in der "Download Section" bei Auran heruntergeladen werden können! Dies funktioniert recht fix und komfortabel.
[SP3] In SP3 wurde auch die KI der Züge verbessert. In der deutschen Verkaufsversion haben sich die automatischen Züge nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten und zeigten auch ab und an gewisse "Ausfallserscheinungen".

Trainz oder EEP: Ein Fazit inzwischen nicht mehr so schwer: Die Grafik von Trainz ist durchaus besser, die Bedienung der Editors deutlich einfacher. Die Kameraführung ist inzwischen gleich flexibel wie in EEP. Etwas flexibler in EEP sind Signal- und Weichensteuerung. Hier kontert Trainz seit SP3 mit "Trainz Scripts": Vielseitig, aber mit entsprechenden Einarbeitungsaufwand. Dafür funktioniert das Signalsystem bei Trainz normalerweise vollautomatisch (Blockbetrieb), während man das bei EEP immer "verdrahten" muss. Besser ist in EEP die "Unterstützung" für den deutschsprachigen Eisenbahnbereich (Trainz holt da aber auf), aber inzwischen gibt es einigen Ärger bei den Konstrukteuren, siehe hier . Die zusätzliche Modellvielfalt erscheint bei EEP auch höher, allerdings sind eine Menge von Modellen kostenpflichtig, während bei Trainz sehr viele Modelle kostenlos zu haben sind (es gibt inzwischen aber auch schon einige Bezahlmodelle). Definitiv hervorzuheben ist aber die Möglichkeit bei EEP, dass generell Schiene, Strasse, Wasserstrasse und Luft gleichberechtigt sind und man somit beispielsweise auch eine komplexe, durch Ampeln gesteuerte Strassenanlage erstellen kann, was in dieser Form bei Trainz nicht möglich ist (hier ist der Strassenverkehr ja eher automatisches "Abfallprodukt").
Es lässt sich allerdings z.Zt. beobachten, wie einige frühere EEP-Fans inzwischen zu Trainz "gewechselt" sind. Zumindest mit dem Service Pack 3 wird Trainz eine sehr ernstzunehmende Konkurrenz zu EEP, nicht zuletzt auch wegen der deutlich einfacheren Möglichkeit, Anlagen zu erstellen. Die Möglichkeit, Szenarien zu erstellen, hebt Trainz in seinen Möglichkeiten dann zugegebenermassen auch stark über EEP hinaus.
Mit dem Erscheinen des TRS2004 (und insbesondere dem inzwischen erschienen SP2) erscheint bei einer Abwägung (EEP oder Trainz) Trainz nun stark führend. Allerdings hat EEP bei der Menge verfügbarer Modelle aus dem deutschsprachigen Bereich immer noch die Nase vorn. Man findet aber natürlich auch für Trainz Modelle aus dem deutschsprachigen Bereich zum Download, muss aber halt etwas mehr suchen.

Razorback - The Living Railway

Razorback ist bereits zu Trainz 1.3-Zeiten bekannt für seine gut ausgearbeiteten Szenarien geworden. Diese finden in selbst erstellten, nett gestalteten Arealen statt. Es wird Sprechfunk simuliert, man hört Zugansagen an den Bahnsteigen, und derweilen muss man auf KI-Züge warten, die die gewünschte Route blockieren. Ab und an muss man auch Weichen selbst stellen, man darf natürlich nicht zu schnell fahren, und überfahrene rote Signale bedeuten normalerweise auch ziemlichen Ärger.
Die schönen, alten Szenarien aus SP3/UTC-Zeiten funktionieren mit TRS2004 ja nun nicht mehr. Razorback hat sich da etwas neues einfallen lassen: The Living Railway. Kern ist ein (künstlicher) Dispatcher, der den an diesem "Projekt" teilnehmenden Aufträge zukommen läßt, welche diese ausführen und über "Dispatcher Codes" die Abarbeitung zurückmelden müssen. Über diese Codes soll auch das Verhalten der Szenarien gesteuert werden können. Zudem können Punktzahlen über die Codes zurückgemeldet werden. Der Dispatcher ist am 23.12.2003 in Betrieb gegangen, das Ganze läuft also gerade erst an. Die Aufträge sind unterteilt in Szenarien (komplexe Verhaltensweisen mit viel möglicher Interaktion) und Sessions (einfachere Aufträge ohne wesentliche Interaktion).
Die Inbetriebnahme dieser "Living Railway" wurde mit viel Spannung erwartet. Da die Szenarien von Razorback in der Vergangenheit immer sehr gut waren, ist zu vermuten, dass das Ganze spannend werden wird. Erfahrungen stehen aber natürlich noch aus.
Inzwischen (14.1.04) ist sind die ersten Szenarien "durch", das Ganze ist gut angelaufen. Recht erstaunlich ist, in welcher durchaus schnellen Folge neue Szenarien ausgeteilt werden. Natürlich kann es durchaus mal ein paar Tage bis zu einem neuen dauern, aber es ist schon beeindruckend. Szenarien sind übrigens für "Unterstützer" (etwa 15$ für ein Jahr) sofort verfügbar, alle anderen müssen 30 Tage warten. Das Geld ist aber durchaus gut angelegt.

Hinweis zu den Screenshots: Diese sind aus dem Trainz-Editor entnommen. Hierbei sind keine Züge zu sehen, und die weissen Kreise sind Markierungspunkte der verlegten Gleise. Ansonsten sieht die Landschaft genauso aus wie im Simulationsbetrieb.

Scenario Creation System

Szenarien zu erstellen, ist keine so einfache Sache. Es erfordert halt das Erlernen des "TrainzScript"-Systems. Dies ist die Programmiersprache, die zum Erstellen der Szenarien nötig ist. Aber natürlich muss man nicht nur eine Programmiersprache erlernen (die ist zudem an Java bzw. C++ angenähert), sondern auch das entsprechende System (eben Trainz) mitsamt seinen Eigenarten. Dabei ist TrainzScript sehr flexibel. Und wie es mit flexiblen Sachen ist: es ist halt auch nicht so ganz einfach ;-)
Um nun auch Nichtprogrammierern (bzw. Programmierern den Einstieg zu erleichtern) die Möglichkeit zu geben, Szenarien zu erstellen, gibt es Szenarioeditoren. Diese bilden eine High-Level-Schicht, verstecken quasi die eigentliche Programmierung, u.a. durch eigene Laufzeitbibliotheken und GUI-basierte Eingabemöglichkeiten.
Für UTC gab es schon länger solche Systeme, z.B. stopgap2 , welches aber unter TRS2004 nicht mehr funktioniert. Inzwischen gibt es mit dem Scenario Creation System (SCS) von www.trainzproroutes.com ein kostenfreien Szenarioeditor, mit dem das Erstellen von Szenarien ohne direkte Kenntnisse von TrainzScript möglich ist.
Das SCS bietet eine GUI-basiertes Baukastensystem, in welchem das Verhalten der Züge bzw. zugübergreifendes Verhalten "zusammengeklickt" werden kann. Ein wesentlicher Punkt ist dabei der "pathfinder", ein System, welches Züge programmtechnisch von A nach B fahren läßt und sich dabei um die Steuerung der Weichen, Signale und der Freigaben der Blockabschnitte (natürlich im Zusammenspiel mit den in Trainz eingebauten Systemen) kümmert.
SCS sieht durchaus sehr vielversprechend aus. Natürlich hat Komfort aber auch seinen Preis: Durch das Baukastensystem und die mitgelieferten Laufzeitbibliotheken geht natürlich etwas Flexibilität verloren. Das ist aber nicht unbedingt schlimm, insbesondere wenn man sich nicht näher mit den Trainzinterna beschäftigen kann oder will. Wer deshalb mit Szenarien experimentieren will, sollte sich SCS einfach mal anschauen und sich im dortigen Forum umschauen.

TRS2006

Ende September ist die neue Version von Trainz (TRS2006) herausgekommen. Leider hat sich nichts außergewöhnliches getan, es gibt keine wirklich großen Änderungen zu TRS2004 (mit allen verfügbaren Patches). Das Programm scheint ein wenig schneller geworden zu sein, es gibt mehr mitgelieferte Objekte und Regeln für "Sessions". Außerdem kann man sich in das Innere von Zügen begeben, wenn diese entsprechend vorbereitet sind (Passagierkamera). Natürlich gibt es auch weitere Änderungen, die teilweise tief ins Detail gehen (verbesserte Physik, Züge können beispielweise unter verschiedenen Umständen Defekte erhalten). Zudem gibt es Ansätze von Onlinefunktionalität (Chat, und das "Versenden" von Zügen über Portale zu anderen Spielern).

Es gibt also eine Menge Detailänderungen sowie ein paar größere Änderungen, aber ob diese Änderungen den Kauf des Spieles rechtfertigen (für Altkunden gibt es, wie gewohnt, einen Rabatt), muß jeder natürlich für sich selbst entscheiden, ggf. nach dem Studium der o.g. Webseite und des Forums.


©2017 Holger Thiele
Bilder © Auran
generiert aus "trainz.template" vom 13 10 2005
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